Home | Abhängigkeitssyndrom | Alkoholsucht | Nikotinsucht | Opioide & Opiate | Kokainsucht | Synthetische Drogen | Tranquilizer

Synthetische Drogen

Designerdrogen
© axel kock
Zu den synthetisch hergestellten Drogen, die oft auch "Designerdrogen" genannt werden, gehören zahlreiche Stimulanzien mit einer stark bewusstseins- und wahrnehmungsverändernden Wirkung. Sie sind im Gegensatz zu den biogenen Rauschmitteln keine Abkömmlinge von natürlich vorkommenden Stoffen, sondern weisen als ihren Hauptbestandteil Substanzen auf, die ursprünglich als Medikamente entwickelt wurden und in vielen Fällen (natürlich unter ärztlicher Überwachung) auch weiter als solche eingesetzt werden. Zur Gruppe der synthetischen Stimulanzien gehören unter anderem die Amphetamine ("Speed"), Entaktogene wie Ecstasy, Schnüffelstoffe und Lösungsmittel aus Lacken, Leimen und ähnlichen flüchtigen Substanzen oder Hypnotika (Schlafmittel) wie Benzodiazepine und Abkömmlinge der Barbituratsäure.

Häufig wird ein solcher Stoff aufgrund einer Erkrankung verschrieben; von Missbrauch oder Drogenkonsum wird gesprochen, wenn die ursprünglich zur Behandlung spezifischer Symptome eingesetzte Substanz über längere Zeit, ohne ärztliche Aufsicht und in steigender Dosis eingenommen wird, etwa wegen der als angenehm empfundenen, entspannenden und angstlösenden (Neben-) Wirkungen. Auch fehlt vielen, insbesondere jugendlichen Konsumenten, das Wissen über und damit das Bewusstsein für die Gefahren der sogenannten Partydrogen, die sich oft in einem Cocktail unterschiedlicher,  unkontrolliert eingenommener Stoffgruppen oder in Verbindung mit Alkohol erst voll entfalten und die zu lebensgefährlichen Komplikationen führen können.

Medikamentenmissbrauch in Deutschland

Der Missbrauch synthetischer Stimulanzien ist in Deutschland weit verbreitet, manche Studien gehen von bis zu 1,9 Millionen Menschen aus, die von Medikamenten abhängig sind. Wegen ihrer leistungs- und konzentrationssteigernden sowie euphorisierenden Wirkung mit einer gleichzeitigen Drosselung des Hungergefühls sind Amphetamine mit die beliebtesten synthetischen Drogen; auch sind sie deutlich günstiger als beispielsweise Kokain. Es besteht bei dieser Stoffgruppe, wie bei anderen synthetischen Drogen auch, ein Suchtpotential, welches individuell verschieden und von genetischen und psychosoozialen Faktoren abhängig ist.

Sucht, Toleranz, Entzug

In etwa der Hälfte der Missbrauchsfälle ist mit einer Abhängigkeit von synthetischen Drogen zu rechnen, wobei es im Verlauf des Konsums zu einer immer stärkeren Dosissteigerung und dem Erwerb einer Toleranz kommt; diese bleibt auch nach einem Entzug bestehen. Aktuelle Studien lassen des weiteren auf eine Vielzahl von durch den Konsum synthetischer Stimulanzien verursachten Spätfolgen wie einem erhöhten Parkinson-Risiko schließen.

Amphetamine führen durch ihr stark euphorisierendes und leistungssteigerndes Potential bei nicht bestimmungsgemäßem Gebrauch besonders schnell zu einer psychischen Abhängigkeit. Zwar ist der Entzug körperlich ungefährlich, da kein akutes Organversagen droht.  Aber die beim (erzwungenen) Abbruch der Einnahme einsetzenden, ernsten Entzugserscheinungen können bis hin zu psychischen Störungen wie Apathie, Angst und Schlafstörungen sowie Depressionen mit erhöhter Suizidgefahr führen. Die Gefahr von Suchtbildung und Entzugserscheinungen ist bei Ecstasy zwar wesentlich geringer, doch liegt die Gefahr der Gewöhnung an die Droge in einer Veränderung des Selbstempfindens; so ist es einigen regelmäßigen Konsumenten nicht mehr möglich, ohne die Hilfe der Substanz abzuschalten und zu entspannen.

Auch der Missbrauch von Schlafmitteln und Antidepressiva kann, je nach individuellen Faktoren, mehr oder weniger schnell in die (psychische) Abhängigkeit führen. Auch hier gilt, dass die Binsenwahrheit "Keine körperlichen Reaktionen bei Entzug" nicht als ein geringeres Risiko für den Konsumenten missverstanden werden sollte. Die psychischen Reaktionen auf das plötzliche Absetzen der Substanz nach einem nicht bestimmungsgemäßen Missbrauch und bei hoher Dosierung aufgrund einer Toleranzbildung können sich über das vegetative Nervensystem in massiven Entzugserscheinungen äußern; außerdem drohen bei einem Entzug ohne professionelle Unterstützungen psychische Komplikationen bis hin zum Suizid.

Surftipp: checkit! – Kompetenzzentrum für Freizeitdrogen


Home | Abhängigkeitssyndrom | Alkoholsucht | Nikotinsucht | Opioide & Opiate | Kokainsucht | Synthetische Drogen | Tranquilizer