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Nikotinsucht

Nikotinsucht
© Sascha Burkard - Fotolia
Zirka 30 % der Erwachsenen rauchen regelmäßig. Zudem werden Raucher immer jünger.
Tabakkonsum zeigt erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit. Tabak bzw. sein Rauch enthält rund 5.000 chemische Substanzen. Davon zählen ca. 90 als potenziell krebserregend. Die Hauptinhaltsstoffe sind Nikotin und Teer. 70 bis 80 Prozent aller Raucher in Deutschland sind nikotinabhängig.

Nikotinwirkung im Körper

Schon nach einer relativ kurzen Zeit wird man abhängig von Nikotin. Nicht mehr zu rauchen können Abhängige meist nur für wenige Wochen durchhalten. Nach dem ersten Zug einer Zigarette ist das Nikotin in 7 Sekunden im Gehirn. Die Wirkung einer erfolgt also sehr schnell. Durch die Teerablagerungen werden die Blutgefäße verengt und können zu Durchblutungsstörungen führen. Ebenso setzt sich Teer in den Lungen ab. Dies ist wiederum meist die Ursache für Lungenkrebs.

Aktiv und passiv Rauchen

Rauchen schädigt nicht nur die eigene Gesundheit, sondern auch die der Umgebung. Nichtraucher sind durch das Inhalieren tabakrauchhaltiger Luft ebenfalls hohen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt.
Rauchen schädigt besonders die Lunge und stellt einen Hauptrisikofaktor für Lungenkrebs dar. Auch das Risiko für Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie chronische Herzschwäche, ist stark erhöht. In Deutschland sterben pro Jahr mehr als 100.000 Menschen an den durch Folgekrankheiten des Tabakkonsums. Im Zuge dessen wird Rauchen kaum noch toleriert. In den letzten Jahren verlor Rauchen an Coolness und es wurde 2007 das Nichtraucherschutzgesetz entworfen.

Nikotinentzug

Mit dem Rauchen aufzuhören fällt oft schwer. Viele haben Angst vor den Entzugserscheinungen. Es treten Unruhe, vermehrter Appetit oder Schlafstörungen auf. Unterstützend bietet die Industrie Hilfsmittel wie Nikotinpflaster oder Kaugummi an. Diese sollten jedoch nie ohne Rat eines Mediziners konsumiert werden. Die meisten Raucher schaffen es sogar ohne Hilfe. Wichtig für ein erfolgreiches Aufhören, sind der Wille und ein gewisses Maß an Anstrengung. Der Raucher muss oft eine Doppel-Abhängigkeit bewältigen, die aus einer psychischen Gewöhnung und einem körperlichen Suchtverlangen nach dem Nikotin besteht. Zusätzlich gibt es Momente in denen eine Zigarette einfach dazu gehört. Es ist eine Form der psychischen Abhängigkeit. Viele rauchen nach dem Essen, beim Kaffee trinken, nach dem Sex, etc. Es fällt meist schwer, diese Gewöhnungsmuster zu durchbrechen. Hier gilt es eine Art Ersatzbefriedigung zu finden.

Bedeutung der Präventionsarbeit

Auch Kinder und Jugendliche können bereits der Nikotinsucht verfallen. Prävention ist hier besonders wichtig, da die Folgen einer Sucht das komplette Leben nachhaltig schädigen können. Pädagogisch ist es sinnvoll die Präventionsarbeit nicht nur auf das Kind, oder den Jugendlichen zu beschränken, sondern diese auch auf das Umfeld und die Familie auszuweiten. Prävention sollte in Form von Langzeitprogrammen erfolgen und die Familie, Schulen und Vereine einbeziehen. In diesem Umfeld halten sich Kinder und Jugendliche am meisten auf. Pädagogische Präventionsarbeit sollte von Nachhaltigkeit und dem Lebensweltbezug der Kinder und Jugendlichen geprägt sein. Möglich sind Infoveranstaltungen an denen auch Lehrer, Eltern oder Freunde des betroffenen Kindes/Jugendlichen teilnehmen können. Auch Erfahrungsberichte von ehemals Abhängigen bieten sich an.

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Sucht:
Sucht definiert man als „verschiedene Formen des Angewiesenseins auf bestimmte Substanzen, oder Verhaltensweisen“. Die Bandbreite geht dabei von einfachen Gewohnheiten bis hin zur Abhängigkeit mit erheblichem Zerstörungspotential. Als „verschiedene Formen“ werden die körperliche (physische) Abhängigkeit und die seelische (psychische) Abhängigkeit unterschieden.
Sucht beschreibt das unabweisbare Verlangen nach einem bestimmten Erlebniszustand. Diesem werden die Kräfte des Verstandes untergeordnet. Es beeinträchtigt die freie Entfaltung einer Persönlichkeit und zerstört soziale Bindungen sowie die sozialen Chancen eines Individuums. Jede Sucht bzw. Abhängigkeit durchläuft den gleichen Prozess: Erfahrung – Wiederholung – Gewöhnung und Missbrauch.


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